Im Rahmen des Rechtskundeunterrichts hat die Klasse 1ÖV3Y das Landgericht in Heilbronn besucht. Dort wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt: Ein Teil der Klasse hat einen Prozess über Handel mit Betäubungsmitteln verfolgt. Meine Gruppe hingegen ist in einen Gerichtssaal gegangen, in dem über Totschlag verhandelt wurde.
Die Verhandlung erstreckt sich in so einem Fall über mehrere Termine. An diesem Tag wurden vor allem Zeugen der Polizei angehört. Zum Beispiel wurde ein Polizist aus der Spurensicherung vernommen. Er erklärte, wie die Polizei Schuhe aus dem Umfeld der Angeklagten beschlagnahmt hatte. Von diesen Schuhen wurden anschließend Profilabdrücke hergestellt und mit dem Tatort abgeglichen. Auch eine Polizistin wurde angehört. Sie erklärte, wie sie Überwachungsvideos, die die Angeklagten vor der Tat zeigten, ausgewertet hat. Dabei achtete sie zum Beispiel auf die Kleidung, die die Personen in den Videos trugen. Diese Kleidung glich sie anschließend mit Zeugenaussagen ab. So konnte sie zuordnen, welche Personen auf den Videos zu sehen waren.
Für den Gerichtstermin waren einige Personen anwesend. Drei Berufsrichter, zwei Schöffen, die Staatsanwältin und die Protokollschreiberin saßen den Zeugen, den Angeklagten und deren Anwälten gegenüber. Außerdem waren einige Polizisten im Saal. Ein Dolmetscher befand sich auch im Gerichtssaal. Er übersetzte in Sekundenschnelle, was der Richter die Zeugen fragte und die Antwort der Zeugen. So konnten die Angeklagten in ihrer Muttersprache dem Prozess folgen.
Später kam auch noch ein Gerichtsmediziner zu Wort. Zu dieser Zeit verließen wir den Gerichtssaal, da wir bereits über zwei Stunden dort verbracht hatten.
Für mich war der Gerichtstermin eine spannende Erfahrung. Ich war beeindruckt von den Berichten der Polizei und deren Ermittlungsmethoden. Auch die Professionalität der Richter und das Durchhaltevermögen des Dolmetschers, der stundenlang ununterbrochen übersetzte, wird mir in guter Erinnerung bleiben.


