Am 14.11.2025 besuchte die Klasse 3RE1 den Hohrainhof in Talheim. Der Hof diente früher dem Ritterorden und später dem Kloster Kaisheim als landwirtschaftlicher Hof bevor er im Jahre 1805 in den Besitz des Königreichs Württemberg überging. Der Hohrainhof ist seit dem Jahr 1938 eine Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Heilbronn, auf dem derzeit ca. 20 Strafgefangene im gelockerten Vollzug untergebracht sind. Die Bewirtschaftungsschwerpunkte liegen auf Acker- und Weinbau, Rinderzucht und Landschaftspflege. Die im gelockerten Vollzug untergebrachten Strafgefangenen erfahren hier frühzeitig die Resozialisierung bevor sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Sie gehen dort regelmäßiger Arbeit (z. B. im Wein- und Ackerbau sowie in der Pflege der Rinder) nach, werden in regelmäßigen Abständen auf Anwesenheit kontrolliert müssen aber zu einer bestimmten Zeit in eine der beiden Wohngruppen für die Nacht wieder eingeschlossen werden. Sie haben bei guter Führung auch Gelegenheit, für Stunden, Tage oder das Wochenende über in ihre Familien zurückzukehren.
Wir hatten eine interessante Führung über das Hofgelände mit seinen Anbauflächen und Weiden, durften auch in das Wohngebäude der Gefangenen und konnten dort im allgemein zugänglichen Eingangsbereich das öffentliche (einzige) Telefon sehen, von welchem aus die Gefangenen mit ihren Verteidigern oder Familien sprechen können. Da der Telefonapparat öffentlich zugänglich ist, gibt es während des Telefonates keine Privatsphäre. Wir konnten auch einen Blick in einen der Wohnräume werfen, die den Gefangenen in einem der beiden Wohngruppen zur Verfügung stehen.
Überraschenderweise klärte sich ein Gefangener (von Beruf: Koch), dessen Aufgabe auf dem Hof darin besteht, für alle Gefangenen das Essen zuzubereiten, bereit, unsere Fragen zu beantworten. Er ist seit 6 Monaten auf dem Hof und voraussichtlich noch ca. 3 Monate dort, bevor er über das Freigängerheim wieder in die Freiheit entlassen wird. Er bereut seine Taten, vor allem weil er seinen Sohn, der zwischenzeitlich auch hier auf dem Hof ist, in die „Sachen mit hineingezogen“ hat und versichert, es lohne sich nicht, straffällig zu werden.
Zu guter Letzt besuchten wir noch den Hofladen und konnten mit frischem Gemüse, Wein und Kaffee den Rückweg wieder antreten.
Wir bedanken uns bei den beiden Mitarbeitern für diese schöne Führung.


