Indien­austausch

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Wirtschaftsgymnasium

Ein grobes Jahr Vorbereitung, dann war es endlich soweit. Ende Januar machten sich neun Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Frau Otto und Herrn Barisch auf zum Fergusson College nach Pune, um die indische Kultur kennenzulernen. Ist Indien wirklich so, wie man es aus den Medien kennt? Ist es wirklich so bunt? Gibt es dort wirklich lauter überfüllte Straßen? Diesen und weiteren Fragen sind die Schüler während dieser vierten Schüleraustauschrunde auf den Grund gegangen. Jeder Schüler dokumentierte während des Austausches die Erlebnisse eines Tages. Einen kleinen Ausschnitt möchten wir hier präsentieren:

 

01. Februar 2016

Die erste Nacht ist vorbei. Nach einer herzlichen Begrüßung unserer Gastfamilien wachten wir bei angenehmer Zimmertemperatur auf. Es fühlte sich wie Hochsommer an, nachdem man für einen kurzen Moment raus ist und bemerkte, dass es schöne warme 30 Grad hatte. Heute war Montag und somit der erste Tag unseres offiziellen Programms. Nach einem ausgewogenen indischen Frühstück ging es zum Fergusson College.

Nach indischem Time Management kam ich mit meinem Austauschpartner erstmal zu spät. Wir trafen uns im Eingangsbereich des Fergusson College und tauschten erste Erfahrungen untereinander aus. Nach wenigen Minuten ging es dann zur offiziellen Begrüßung durch das Fergusson College.

Danach bekamen wir eine Führung über das Gelände und erste Eindrücke, wie groß der ganze Campus eigentlich ist. Wir besuchten unter anderem die Bibliothek und verschiedene Klassen.

Mittagessen oder wie es im englischen heißen würde, Lunch, aßen wir in einer der college-eigenen Kantinen. Wir ließen den Indern erstmal den Vortritt, da sie natürlich besser wussten, was uns schmecken könnte.

Nach dem Mittagessen stand als nächster Programmpunkt die Begrüßung der Schule auf dem Plan. Ein Freund von einer der indischen Austauschpartner spielte uns auf seinen indischen Trommeln etwas vor und sang später noch dazu. Danach gab es eine Tanzaufführung von einer Gruppe indischer Mädchen. Jetzt waren wir deutsche an der Reihe. Floris spielte uns etwas auf seiner Querflöte vor, Christina auf ihrer Gitarre und Aron trug ein deutsches Gedicht vor. Zum Abschluss unseres Programms sangen wir deutsche noch alle zusammen das Lied von Andreas Bourani ,,Auf uns".

Zu unserer Überraschung durften wir noch an einem Trommelkreis der Fergusson Trommel AG teilnehmen. Nach diesem Programmpunkt war das offizielle Programm zu Ende und wir traten alle so langsam nach einem langen Tag die Heimreise an.

 

02. Februar 2016

Am Dienstag sind wir alle zusammen auf den Berg Singahad gefahren. Am Fuß des Berges mussten wir in zwei Jeeps umsteigen, denn die Weiterfahrt auf den Berg mit dem Bus wäre unmöglich gewesen. So quetschten wir uns zu elft jeweils in ein Auto. Auf dem Berg führten uns die Inder herum und erzählten uns etwas über die Geschichte des Berges. Die Aussicht war gigantisch, wir konnten ganz Pune sehen. Die Luft war deutlich besser als in der Stadt. Das Wetter war wunderschön.  Gegen Ende aßen wir noch etwas zu Mittag bei den Einwohnern, die extra für uns kochten. Das Essen war anders, wie wir es kannten, aber es hat sehr lecker geschmeckt.

 

04. Februar 2016

Heute sind wir in eine Militärschule für Mädchen gegangen. Die Schule ist sehr groß und ähnelt einem Internat. Auf dem Gelände haben sie unter anderem eine Pferderennstrecke. Ein paar Schüler von uns durften sogar mit den Pferden eine Runde reiten. Es war ein riesen Spaß. Jedoch fanden alle die Schule etwas ungewöhnlich, da man merkte, wie diszipliniert alles war und die meisten Mädchen mit ihren kurzen Haaren Jungs ähnelten, was uns sehr verwirrte. Die Schüler dort waren sehr aufgeregt, als sie uns sahen, da sie es nicht gewohnt waren hellhäutige Menschen zu sehen. Nach dem Besuch der Militärschule sind wir nach Lavasa gefahren. Es war das komplette Gegenteil von Pune, eine Art Dorf für Touristen, dort konnte man Fahrradfahren, spazieren gehen und sich gemütlich entspannen.

 

06. Februar 2016

Am Samstag sind Sakshi (indische Schülerin) ,ihre Familie und ich nach Mumbai gefahren. Auf dem Weg nach Mumbai haben wir an einem Restaurant angehalten. Das Restaurant war sehr schön und edel. Nach dem Essen sind wir weiter gefahren und kurz nachdem wir die Mautkosten gezahlt haben, hielten wir an. Wir mussten aussteigen und ich habe schon gedacht irgendwas ist passiert oder wir werden kontrolliert. Aber dann durften wir mit einem Rettungsfahrzeug, sieht so ähnlich aus wie ein Feuerwehrwagen, weiterfahren. Das Rettungsfahrzeug fährt immer auf der Autobahn herum und ist somit dann bei einem Unfall schnell vor Ort. Die Werkzeuge, mit denen man Menschen aus den Autos befreit, kommen aus Deutschland (Benningen a.N.). Sakshis Vater arbeitet für diese Firma. Wir haben in einer Wohnung in Mumbai übernachtet, die der Familie gehört, sie haben zuvor vier Jahre dort gelebt.

 

07. Februar 2016

Am Sonntagmorgen sind wir als erstes in einen Tempel gegangen. Es ist der größte Tempel in ganz Mumbai und so war er auch gefüllt. Nach dem Tempel sind wir mit Freunden von Sakshi in die Innenstadt und haben das Gateway besichtigt. Danach sind wir auf eine Art Festival gegangen. Es war wunderschön und mit viel Liebe gemacht. Wir waren auch am Meer, aber so schön war es nicht. Am Abend hat mich Sakshi mit zu einer Tanzshow genommen. Ihre Freundinnen tanzen dort und sie hat auch einmal in der Gruppe getanzt. Die Show war echt cool. Die indischen Tänze haben mich begeistert.

 

10. Februar 2016

An diesem Tag war die ganze Gruppe auf einer indischen Verlobungsfeier eingeladen. Jeder von uns kam in seiner traditionellen Kleidung. Als wir dort mit leichter Verspätung ankamen, war die Feier schon voll im Gange. Die Ehepartner tauschten die Ringe aus und viele Fotos wurden von ihnen und später sogar von uns geschossen. Nach ca. 30 Minuten war die Verlobung abgeschlossen und die Menge von 2000 Menschen begab sich zur Essensausgabe. Dies war das Ende der Feier.

 

So vergingen zwei Wochen voller Abenteuer und neuer Eindrücke. Manch einer ließ Indien am Ende dieser Zeit nur schweren Herzens zurück. Andere verließen es wiederum mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die gesammelten Erfahrungen möchte am Ende keiner missen und doch freuten sich viele wieder auf Zuhause, das ruhige Deutschland mit vertrautem Essen.

 

Schülerinnen und Schüler der Indien-AG

Cathleen Otto, Fachlehrerin