Schulpartnerschaft National Public School, Koramangala in Bangalore, Indien
Faszination Indien
Die Reise beginnt!
Es ist der 24. Oktober 2009, morgens um 6:45 Uhr. Wir sind alle noch müde, nur die Aufregung hält uns wach. Die Schüler der Indien AG treten heute ihre Reise in das etwa 5800 km entfernte Bangalore an, zu unserer Partnerschule, der National Public School Koramangala (NPS). 15 Schüler des Wirtschaftgymnasiums der Andreas-Schneider-Schule haben sich auf das Abenteuer Indien eingelassen und gemeinsam mit Frau Horn und Herrn Kaspar eine lange Reise angetreten, die heute beginnt.
Nach einer dreistündigen Zugfahrt zum Flughafen Frankfurt am Main muss das Gepäck am Check-In Schalter aufgegeben werden. Alphabetisch werden wir Schüler zum Gepäck wiegen nach vorne gerufen. Nicht mehr als 20kg! Ein Lufthansa-Flugzeug soll uns sicher nach Indien bringen. 8 Stunden, 2 Filme und etwas Schlaf später landen wir dann sicher auf dem Bangalore Airport. Da Indien unserer europäischen Zeit um 4 ½ Stunden voraus ist, kommen wir nachts um 2:30 an. Eine Lehrerin unserer Partnerschule begrüßt uns alle freundlich, und mit dem eigenen Schulbus der NPS geht es ab nach Bangalore.
Nach einer abenteuerlichen Fahrt im Bus, (die indischen Straßen sind nicht so eben wie unsere, überall gibt es so genannte „Speed-Breaker“, kleine Wölbungen der Straßen, bei diesem Geschaukel kann niemand wirklich schlafen), kommen wir gegen 5 Uhr in der TISB (The International School Bangalore) an. In diesem Internat können wir in dieser Nacht noch etwas ausruhen.
Ab geht es zur Gastfamilie
Am nächsten Morgen wurde dann nach dem Frühstück eine kleine Willkommensfeier veranstaltet, bei der jeder von uns die Gastfamilie und seinen „Buddy“ kennen lernte. Jeder deutsche Schüler hatte einen „Buddy“, einen indischen Schüler der für die Zeit des Aufenthaltes bei allen Fragen der Ansprechpartner war. Einige Deutsche wohnten auch bei der Familie ihres Buddys, andere wurden bei Lehrerinnen untergebracht. Jeder freute sich wahnsinnig auf das Abenteuer das jetzt endlich beginnt. Und man lernt nicht nur die Gastfamilie, deren Lebensstil und die indische Kultur kennen, sondern fragt sich auch zum Beispiel weshalb im Supermarkt so viele seltsam aussehende Früchte zum Verkauf bereitstehen, oder weshalb der Kassenzettel nach dem Bezahlen (Achtung! 70 Rupien = 1 €) am Ausgang von Uniformierten unterschieben werden, weshalb weiß keiner so recht! Auch die Umgebung ist gewöhnungsbedürftig, überall kann man Slums sehen, kleine Häuser, die inmitten von Müll und Dreck neben eingezäunten Hotels und Hochhäusern liegen! Auch neben dem Appartement meiner Gastfamilie konnte ich solche Häuser sehen. Ich konnte erst nicht glauben dass in solchen Häusern Menschen tatsächlich leben müssen.
Die Rundreise
Auf einer Rundfahrt durch Bangalore am ersten Tag unseres Aufenthaltes konnten wir viele Eindrücke sammeln. Wir besichtigen zwei Hindu-Tempel, den Palast eines muslimischen Sultans aus dem 18. Jahrhundert und eine christliche Kirche. Normalerweise leben in Indien die verschiedenen Religionen friedlich zusammen.
Am Mittwoch ging es dann morgens gleich los auf unseren viertägigen Ausflug. Wir fuhren viele Kilometer bis zum Bandipur National Park. Untergebracht waren wir in den Bungalows der Bandipur Safari Lodge. Alle bezogen ihre Zimmer (einzeln, zu zweit oder dritt). Am Abend stand eine Jeep-Safari auf dem Programm. Bei dieser Safari konnten wir viele Tiere, unter anderem auch Elefanten und einen Leoparden sehen.
Der nächste Tag begann für einige Frühaufsteher mit einer erneuten Safari. Die konnten bei dieser tollen Tour nicht nur wilden Hunden beim Fressen zusehen und Babyelefanten fotografieren, sondern sogar den Leoparden dabei bewundern, wie elegant er vom Baum springen konnte. Nach dem Frühstück ging es dann weiter in die Stadt Mysore, in der wir uns den „Mysore Palace“ ansahen. Nach dem Check- In im Hotel in Mysore besuchen wir sogar noch die Kunstgalerie der Stadt mit vielen interessanten Bildern. Am nächsten Tag fuhren wir dann nach Chikmagalur. Wir besuchten dort die kunstvoll gestalteten Hindu-Tempel von Halebid und Belur. Da unser Reiseführer uns gesagt hatte, man dürfe nicht mit den Menschen, die ständig vor den Tempeln auf Touristen warten, reden und auch nichts von ihnen kaufen, versuchten wir diese Menschen zu ignorieren, doch dass war nicht wirklich einfach, denn sie laufen einem immer nach und sprechen einen ständig an.
Nach einer kurzen Nacht im Hotel ging es dann am nächsten Tag, dem Samstag wieder zurück nach Bangalore.
Wochenende in den Gastfamilien
Den Samstagabend und den gesamten Sonntag verbrachten wir mit der Gastfamilie. Jeder unternahm etwas anders, doch die meisten gingen einkaufen oder besuchten andere Familienmitglieder. So konnten wir uns alle ein genaueres Bild vom Leben in Indien verschaffen.
Die zweite Woche
Am Montag der zweiten Woche trafen sich alle wieder vor der NPS. Wir fuhren gemeinsam in das Internat von der Ankunftsnacht, die TISB. Hier verbrachten wir den gesamten Montag und den Dienstagmorgen. Jeder bekam auch hier einen Buddy zugewiesen, der für denjenigen Deutschen dann der Ansprechpartner bei Fragen war.
Es war sehr interessant, die Schule zu sehen, da wir alle zuvor noch nie ein solches Internat erlebt hatten. Doch jedem Einzelnen von uns fiel sofort auf wie streng das Leben hier ist. Jungs und Mädchen dürfen in dieser Schule nicht einmal beim Essen nebeneinander sitzen! Doch das ist typisch indisch: Geschlechtertrennung. Es war interessant mit den Schülern der Schule zu sprechen, die das Leben in diesem Internat täglich spürten und Erfahrungen auszutauschen. Mit den Buddys der TISB konnten wir auch etwas Deutsch sprechen, denn einige von Ihnen hatten Deutsch als Fremdsprache gewählt. Am Dienstag durften wir dann 4 Schulstunden lang den Unterricht der Schüler mitbesuchen, das war sehr interessant, Mathe auf Englisch ist echt lustig! Am Mittwoch waren wir dann einen Tag lang in unserer Partnerschule, der NPS Koramangala. Als wir ankamen, wurde eine Assembly (Versammlung zu Schulbeginn) in einer großen Halle abgehalten, bei der viele Schüler mitwirkten. Sie tanzen indische Tänze und brachten uns so der indischen Kultur näher. Unsere Buddys zeigten uns die Schule und dann durften wir für unsere Gasteltern ein T-Shirt mit indischen Symbolen bemalen. Am Donnerstag fuhren wir und die gesamte 11. Jahrgangsstufe der NPS zu einer indischen Softwarefirma namens Infosys. Dort wurde wir auf dem supermodernen Campus der Firma herumgeführt. Anschließend besuchten wir noch ein Krankenhaus für Herzpatienten. Wir durften einen Blick in eine Kinder und Säuglingsstation werfen und sahen dort ganz kleine Babys, die nur mit Hilfe von riesigen Maschinen atmen konnten. Am Freitag besichtigten wir dann einige Tempel der erste Tempel war ein Tempel von der Glaubensgemeinschaft der Sikhs. Neben diesem Tempel war eine Schule, die von den Sikhs gegründet wurde. Kinder durften dort kostenfrei lernen, das ist in Indien nichts Selbstverständliches, deshalb waren die Klassen auch alle relativ voll. Es war sehr interessant, das alles einmal so zu sehen, denn die Kinder dort sind froh, überhaupt lernen zu können und sie interessiert nicht, wie das Gebäude aussieht oder wie viele anderen neben ihnen im Klassenzimmer sitzen, sie sind einfach froh eine Chance zu bekommen.
Nach dem Besuch in dieser Schule fuhren wir zum ISKCON Tempel. Eigentlich sah der Tempel ganz schön aus, und wir dachten auch es wäre ganz genau wie beim Besichtigen der anderen Tempel, ansehen, staunen, fertig. Doch plötzlich wurde uns gesagt, wie sollen auf Steinplatten, so genannten „Stufen“ stehen und immer wieder Namen von indischen Göttern vor uns hin „beten“. Die Namen die wir „beten“ sollten, wurden sogar noch durch einen Lautsprecher vorgesagt. Wir kamen uns alle total seltsam vor, dort zu stehen. Der Tempel an sich war schon beeindruckend, doch der Besuch in diesem Tempel war durch dieses seltsame Ritual, bei dem wir Deutschen uns schrecklich unwohl fühlten, nicht der schönste Besuch in einem Tempel. Wir haben alle nichts dagegen, einen indischen Tempel zu besichtigen, denn die meisten Tempel sehen wirklich atemberaubend aus, doch wir wollen nicht zu irgendwelchen indischen Göttern beten, so haben wir den Indern unser Unwohlsein dann erklärt. Deshalb waren wir alle froh als wir wieder draußen waren.
Am Samstagmorgen fuhren dann alle Deutschen gemeinsam mit den indischen Schülern der Jahrgangsstufe 11 zu einem Dorf. Für dieses Dorf haben wir Schüler der Indien-AG schon lange Stifte und Blöcke und allerhand andere Schulmaterialien gesammelt. Das alles (7 ganze Pakete und ein Koffer voll) gaben wir den Schülern an diesem Tag. Zusätzlich halfen wir alle zusammen das Dorf und den Weg zum Dorf aufzuräumen. Einige von uns deutschen Schülern pflanzten dann noch einen Baum.
Nach der Rückkehr nach Bangalore konnten wir uns einem Hotel kurz frisch machen, bevor wir uns dann mit den Mitgliedern der Rotary Bangalore Brigades in einem Konferenzraum im Dachgeschoss trafen. Der Rotary-Club war ganz wesentlich am Zustandekommen unseres Indienaufenthaltes beteiligt und hatte uns den Transport der Schulmaterialien nach Indien überhaupt erst ermöglicht. Bei dem Treffen erzählten wir von unseren Erlebnissen in Indien. Nach einem ausgiebigen Essen auf der schönen überdachten Dachterrasse des Hotels wurden wir dann um Mitternacht zum Flughafen gebracht. Einchecken, Zettel ausfüllen (in Indien muss man immer genau angeben wo man wie lange wofür auch immer war, so dass die Inder wissen dass bei der Ein- und Ausreise auch alles planmäßig verläuft). Eine lange Zeit des Wartens bei der Handgepäckkontrolle, und beim Einsteigen ins Flugzeug stand uns dann bevor. Befremdlich war, dass Männer mit Gewehren herumstanden, die genau kontrollierten, wer denn da jetzt ausreist. Als wir dann zufrieden und müde im Flugzeug saßen dauerte es nicht lange, bis die Lichter ausgemacht wurden. Fast alle im Flugzeug schliefen und es wurde sehr still. Unser Flieger nach Deutschland startete nämlich um 3:30 Uhr indischer Zeit.9 Stunden Flug, 2 Filme und viel Schlaf später landeten wir dann alle glücklich und sicher in Frankfurt am Main. Nach einer 3-stündigen Zugfahrt wurden wir dann alle am Heilbronner Hauptbahnhof freudig erwartet. Für jeden war auch schon eine Brezel eingetroffen (danke, Amanda) und dann ging es gestärkt nach Haus.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass die zwei Wochen Indien einfach toll waren. Wir haben so viel gesehen und gelernt, so viel Neues und Interessantes erlebt.
Ich habe viele neue Freunde gefunden, Freundschaften von denen ich glaube, dass sie noch lange halten werden. Die Gastfamilien waren alle sehr freundlich und haben immer alles versucht, um es uns Deutschen in Indien so gemütlich und schön wie möglich zu machen. Ich fand es sehr interessant, mich mit den indischen Jugendlichen zu unterhalten und Ihre Einstellung zum Leben, zum Lernen und zur Schule zu hören und Ihnen von meiner Erfahrung mit Schule und meiner Einstellung zum Leben aus Deutschland zu berichten. Ich glaube, dass wir alle viel voneinander gelernt haben, denn eines ist natürlich ganz klar: Wir leben quasi in verschiedenen „Welten“, denn wir werden alle anders erzogen, leben in einer anderen Gesellschaft mit anderen gesellschaftlichen Regeln, Verboten, Sitten und Bräuchen und auch einer anderen Religion. Genau deshalb können wir untereinander über so vieles Reden und so viel Interessantes und Neues voneinander erfahren.
Das hat mir Indien gezeigt. Es hat mich einer anderen Kultur näher gebracht und mir tolle neue Eindrücke vermittelt. Indien war wirklich eine Reise wert und ich bin froh mich auf das Abenteuer eingelassen zu haben.
Ich würde jederzeit wieder nach Indien reisen, und freue mich schon sehr auf den Gegenbesuch der Inder!
Melanie Pfingstler
Wir danken all unseren Sponsoren, die uns im Rahmen des Indienaustausches so zahlreich unterstützt haben
Indien AG – Sponsoren
- viele Schüler/-innen, deren Eltern und Lehrer/-innen der Andreas-Schneider-Schule, Heilbronn
- Heilbronner Bürgerstiftung
- Rotary Club Heilbronn
- Amphenol Tuchel Electronics GmbH, Heilbronn
- Audi BKK, Neckarsulm
- Bäckerei Zöller, Zaberfeld
- Baier & Schneider, Heilbronn
- Bürotechnik Lombacher GmbH, Heilbronn
- Chor Arcobaleno, Sontheim
- DHL Global Forwarding GmbH
- Daikin GmbH / KKU Dienstleistungen GmbH
- EnBW
- hms easy stretch GmbH, Heilbronn
- Heilbronn Marketing GmbH
- Lufthansa
- Novoferm Riexinger Türenwerke GmbH, Brackenheim
- Schunk GmbH & Co KG, Lauffen
- Volksbank Brackenheim-Güglingen
- Volksbank Heilbronn
Weitere Informationen über unsere Partnerschule in Indien erhalten sie unter www.npskrm.com
Den allgemeinen Reisebericht zum Indenaufenthalt können Sie hier nachlesen!
Pressestimmen aus Bangalore (Indien)



