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Ein Besuch im Nationaltheater in Mannheim - NATHAN DER WEISE -

von Rahel Trefz, Klasse BKFH3 Schuljahr 04/05

September 2004. Die erste Deutschunterrichtsstunde bei Frau Schuster. Pflichtlektüre. Nathan der Weise. Gotthold Ephraim Lessing. Lessing? Nathan?? Pflichtlektüre??? Ein Jahr stand vor uns von dem wir nicht wussten was uns erwarten würde, doch machten wir uns auf den Weg, um das zu ergründen, was unsere erste Deutschstunde mit sich brachte.

April 2005. Einhundertundeine Deutschstunde später. Aufgeregtes Geplapper in der Stunde bei Frau Schuster. "Uhhi… hast du den Tempelherrn gesehen? Der, der den Nathan spielte - ein charismatischer Mann! Also als der Klosterbruder sich auszog… - warum denn? Ich fand das gar nicht so ohne… Jetzt kann man sich endlich einmal etwas unter dem Stück Nathan der Weise vorstellen!"

Patricia, Simone, Ruwen und Achim

Sonntag, 10.04.2005, kurz vor 17.00 Uhr trafen wir uns, Schüler und Lehrer der Andreas- Schneider- Schule, am Bahnhof HN um in Richtung Mannheim zu pilgern und dort "Nathan den Weisen", ein dramatisches Gedicht, im Mannheimer Nationaltheater zu erleben. In Mannheim angekommen marschierten wir los und kamen kurze Zeit später am Theater an. Pünktlich um sieben Uhr begann die Aufführung und beeindruckte jeden, der mitgekommen war. Uns als Schüler der Klasse BKFH3, die wir es dieses Jahr als Pflichtlektüre lesen mussten, begeisterte es besonders. Endlich konnten wir dieses bekannte Stück nicht nur lesen, sondern auch live miterleben. Mitfühlen, mitlachen, mitstaunen.

Die Handlung:
BKFH3 im Nationaltheater MannheimZeit der Kreuzzüge. "Heilige Kriege" kosten Geld und des Sultans Kassen sind leer. Von Nathan, dem Juden, heißt es nicht nur, dass er weise sei, sondern man weiß auch, dass er reich ist. Also bittet der Sultan ihn zu sich. Unter dem Vorwand, sich für seine Weisheit zu interessieren, fragt er Nathan, welche der drei Religionen er für die einzig wahre halte. Nathan beantwortet die Frage mit der berühmten Parabel von den drei Ringen... Recha, die vermeintlichen Tochter Nathans, wird von dem Tempelherren, einem Soldaten in christlicher Mission, aus dem Feuer gerettet. Als der Tempelherr bei Nathan um Rechas Hand anhält, weicht dieser ihm aus. Daraufhin bittet der Tempelherr den Patriarchen um Hilfe. Dieser will den Juden auf dem Scheiterhaufen brennen sehen. Doch die Bedrohung löst sich auf wie im Märchen: Nathan erfährt durch einen Klosterbruder von der wahren Herkunft seiner Ziehtochter. Er klärt auf, dass Recha die Schwester des Tempelherren und beide die tot geglaubten Kinder des verstorbenen Bruders des Sultans sind. - Und so kann "unter stummer Wiederholung allseitiger Umarmung" der Vorhang fallen.

Das Stück dauerte 190 Minuten, die sich aber als kurzweilig zeigten (Trotzdem war jeder für die Pause zwischendurch dankbar) und gefüllt mit dramatischen Dialogen, einem guten Sinn für Humor und allerlei Dingen, die jeden einzelnen individuell ansprachen. Während dieses ganzen Dramas waren wir mit hineingezogen in die Welt des Orients, da die ganze Spielbühne mit Orientteppichen ausgelegt und die Bühne mit dem Zuschauerraum durch Stoffbahnen verbunden war.

Zugfahrt HN-MA

Sonntag, 10.04.2005 um kurz vor 23:00 Uhr - eine müde Truppe sitzt im Zug Richtung heimwärts. Es wird geredet über positive und über negative Seiten des Stückes. Rundum war es ein gelungener Abend, bei dem jeder, der nicht mit dabei war, etwas verpasst hat.

Doch diese unvergesslichen Stunden wären nicht möglich gewesen ohne Frau Schuster und vor allen anderen natürlich nicht ohne unsere liebe Mitschülerin Heike Bürgi, die den ganzen Abend organisierte. Die Fahrt, die Karten für die Vorstellung, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein - Heike wir danken dir!